Ratgeber Schlaganfall
Informationen für Betroffene und Angehörige
Diagnose eines Schlaganfalls
Die typischen Symptome eines Schlaganfalls sind relativ leicht zu erkennen und sollten Risikopatienten und deren Angehörigen bekannt sein. Nur bei einer schnellen Diagnose können rechtzeitig die nötigen Behandlungsschritte eingeleitet werden, damit der Schlaganfall-Patient keine bleibenden Schäden davonträgt.
Symptome eines Schlaganfalls
Unabhängig von der Art des Schlaganfalls sind die Symptome meist ähnlich und können auch in Kombination auftreten. Als Anzeichen für einen Schlaganfall gelten halbseitige Lähmungen mit herabhängendem Mundwinkel und Taubheitsgefühle in den Extremitäten sowie eine gestörte Motorik der Hände und Beine. Es können bei Schlaganfall auch Sprach- und Sprechstörungen wie „Wortsalat“, Lallen oder völliger Sprachverlust vorkommen, ebenso sind Symptome wie erschwertes Schlucken oder Probleme beim Sehen, zum Beispiel Doppelbilder, möglich.
Darüber hinaus zählen Drehschwindel, Übelkeit und Erbrechen zu den Anzeichen eines Schlaganfalls. Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit gelten ebenfalls als mögliche Symptome. Obendrein können Gedächtnisverlust, Orientierungslosigkeit und Verwirrung bei einem Schlaganfall auftreten, mitunter erleidet der Patient auch einen epileptischen Anfall. Bei einer Blutung der Gehirnwände als Ursache für einen Schlaganfall zählen in der Regel äußerst starke Kopfschmerzen und extreme Nackensteifheit zu den stärksten Symptomen.
Checkliste zur Erkennung eines Schlaganfalls
Selbst Laien sind in der Lage, auf einen Schlaganfall zu schließen, indem sie die Symptome in drei einfachen Schritten untersuchen:
- Die betroffene Person wird gebeten zu lächeln – Bei einer halbseitigen Lähmung infolge eines Schlaganfalls verzieht sich deutlich das Gesicht.
- Die betroffene Person wird gebeten, beide Arme mit den Handflächen nach oben zu heben – Bei einer Schlaganfall-Lähmung ist das zumindest für einen Arm unmöglich, er dreht sich oder sinkt wieder.
- Die betreffende Person wird gebeten, einen normalen Satz zu sprechen, etwa „Ich brauche keine Hilfe.“ – Bei einem Schlaganfall ist die Sprache oft stockend, angestrengt oder völlig undeutlich, zudem können Wörter verdreht oder verändert sein.
Ärztliche Untersuchungen
Ob es sich um einen ischämischen Schlaganfall oder um einen Schlaganfall durch eine Blutung im Gehirn handelt, kann erst der Arzt durch weitere Untersuchungen feststellen. Zuerst wird eine ärztliche Befragung des Patienten und gegebenenfalls auch der Angehörigen zur Krankheitsgeschichte vorgenommen (Anamnese) und es werden einige Tests der Sinne und Reflexe durchgeführt. Dadurch werden bereits erste Erkenntnisse über Art und Ausmaß des Schlaganfalls gewonnen, woraufhin zur genauen Diagnose apparative Untersuchungen notwendig sind.
Computertomografie (CT)
Eine Computertomografie ermöglicht die Darstellung des Gehirns in vielen dünnen Schichten. Ist der Schlaganfall durch eine Blutung im Gehirn entstanden, so ist diese vom Arzt als dunkler Fleck deutlich erkennbar und die Diagnose eindeutig. Möglicherweise wird dem Patienten vor der Untersuchung auch ein Kontrastmittel gespritzt, damit die Blutgefäße farbig abgebildet werden. Dadurch kann der Arzt feststellen, ob und wo sich eine Durchblutungsstörung im Gehirn befindet.
Magnetresonanztomografie (MRT)
Auch bei einer Magnetresonanztomografie wird eine schichtweise Abbildung des Gehirns ermöglicht. Allerdings wird es hier mithilfe eines Magnetfeldes und elektromagnetischer Wellen erzeugt, weshalb diese Untersuchung ohne Strahlengefahr auch häufiger durchgeführt werden kann. Für Patienten mit Metallteilen wie Prothesen oder Herzschrittmacher im Körper ist diese Untersuchungsmethode jedoch nicht geeignet.
Ultraschall: Doppler- und farbkodierte Duplexsonografie
Auch mittels Ultraschall kann man ein Bild des Gehirns darstellen, wobei durch bestimmte Geräusche und Farben bei dieser speziellen Untersuchungsmethode die Geschwindigkeit des Blutflusses gemessen werden kann. Dies gibt Auskunft über eine mögliche Durchblutungsstörung im Gehirn und trägt zur genauen Diagnose bei.
Untersuchungen des Herzens
Zusätzlich kann man durch Untersuchungen des Herzens mithilfe eines normalen oder eines Langzeit-EKGs (Elektrokardiogramm) Unregelmäßigkeiten wie Vorhofflimmern aufspüren, welches ein sehr hohes Risiko für Schlaganfall darstellt. Um weitere Erkrankungen des Herzens erkennen zu können, ist eine Untersuchung der Herzhöhlen mit Ultraschall (Echokardiografie) notwendig.
Blutuntersuchungen
Durch eine Untersuchung des Blutes werden Frühwarnzeichen für einen Schlaganfall erkannt, wie etwa eine gestörte Gerinnungsfähigkeit oder zu viele rote Blutkörperchen. Solche Anzeichen können einen Schlaganfall zum Beispiel von einer extremen Migräne unterscheiden, vor allem wenn zusätzlich ein erhöhter Cholesterin- oder Blutzuckerspiegel vorliegt. Mittlerweile gibt es auch einen Schnelltest, der bestimmte Eiweißstoffe nachweist, die nur bei Schlaganfall in großer Zahl im Blut vorhanden sind. Diese Untersuchung könnte ggf. zur Diagnose beitragen, ist aber in der praktischen Neurologie noch umstritten.
Teresa Ott
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