Ratgeber Schlaganfall
Informationen für Betroffene und Angehörige
Entstehung eines Schlaganfalls
Oberflächlich betrachtet passiert ein Schlaganfall aus heiterem Himmel. Tatsächlich jedoch bahnt sich die Entstehung eines Schlaganfalls über lange Jahre hinweg an, da seine Ursachen meist chronisch sind und durch bestimmte Risikofaktoren begünstigt werden. Die Prävention eines Schlaganfalls ist also insofern möglich, als man durch eine bewusste Lebensführung sein persönliches Risiko in einem gewissen Maß verringern kann.
Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
Bei zwei Dritteln aller Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall liegt die Ursache in einer Arteriosklerose, die durch Ablagerungen von Blutfetten (Cholesterin) und Bindegewebe zu einer Verengung der Blutgefäße führt. Dadurch wird die Blutzufuhr beeinträchtigt und die Entstehung einer chronischen Mangeldurchblutung im Gehirn gefördert. Verschlechtert sich zusätzlich die Herz-Kreislauf-Tätigkeit, kann eine akute Sauerstoffnot des Gehirns – ein Schlaganfall – die Folge sein. Sämtliche Maßnahmen gegen Arteriosklerose sind demnach auch Präventionsmaßnahmen in Hinblick auf den Schlaganfall.
Verschlechterung des Herz-Kreislauf-Systems
Ist die Herz-Kreislauf-Tätigkeit stabil, kann das Gehirn auch trotzt Arteriosklerose mit ausreichend Blut und damit Sauerstoff versorgt werden. Besonders früh am Morgen tendiert der Blutdruck jedoch in der Regel dazu, abzusinken, was für Risikopatienten u. U. eine kritische Situation für einen Schlaganfall sein kann.
Auch Herz-Rhythmus-Störungen oder allgemeine Herzschwäche werden als problematisch eingestuft, ebenso wie eine Verdickung des Blutes, die meist auf Flüssigkeitsmangel basiert, ein Risiko darstellt. Gerade ältere Menschen sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, da das Durstgefühl im Alter abnimmt.
Thrombosen und Embolien
Eine weitere Ursache für einen Schlaganfall durch Gefäßverschluss können Blutgerinnsel sein, die Gefäße im Gehirn verstopfen und so eine Mangeldurchblutung erzeugen. Eine Entstehung dieses Blutklümpchens direkt im Gehirn nennt man Thrombose. Ein Gerinnsel kann sich aber auch anderenorts bilden und durch die Blutbahn ins Gehirn gelangen. Man bezeichnet dies als Embolie, die häufig im Herzen ihren Ursprung hat, bevor sie im Gehirn einen Schlaganfall auslöst. Als Ursachen solcher Blutgerinnsel gelten Herz-Rhythmus-Störungen oder zu viele rote Blutkörperchen, die das Blut eindicken und die Entstehung von Klümpchen bewirken können.
Hypertonie – zu hoher Blutdruck
Ein entscheidender Risikofaktor für einen Schlaganfall ist hoher Blutdruck. Personen mit Hypertonie weisen einen höheren Wert auf als 140/90 mmHg und sind drei- bis viermal stärker gefährdet, einen Schlaganfall zu erleiden, als Menschen mit normalem Blutdruck.
Zunächst einmal stellt Hypertonie nämlich eine der gravierendsten Ursachen für Arteriosklerose dar. Weiterhin hat das Herz bei zu hohem Blutdruck ständig eine überdurchschnittliche Leistung zu erbringen, was auf die Dauer die Entstehung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) nach sich zieht. Diese bewirkt häufig eine Mangeldurchblutung im Gehirn und trägt so zur Entstehung eines Schlaganfalls bei. Außerdem kann hoher Blutdruck eine Entstehung von Rissen in den Gehirngefäßen bewirken, was die Ursache für einen Schlaganfall durch Hirnblutung bedeuten kann.
Selten befindet sich im Gehirn eines Schlaganfall-Patienten ein Aneurysma, eine krankhafte Ausstülpung der Gefäßwände, welches bei zu hohem Blutdruck oder einem heftigen Blutdruckanstieg platzen kann und dadurch den Schlaganfall auslöst.
Zur Prävention eines Schlaganfalls sollte man daher seinen Blutdruck regelmäßig untersuchen lassen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Senkung ergreifen. Mit dem Blutdruck sinkt auch das Risiko eines Schlaganfalls.
Rauchen
Eine weitere Ursache für die Entstehung eines Schlaganfalls ist das Rauchen von Zigaretten. Je mehr davon man täglich konsumiert und je länger man bereits Raucher ist, desto höher ist das Risiko für einen Schlaganfall. Grundsätzlich ist bei einem Raucher das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, doppelt so hoch wie bei einem Nichtraucher, denn der Körper wird in vielerlei Hinsicht geschädigt.
Durch Zigarettenrauchen wird die Entstehung von Arteriosklerose begünstigt. Zudem gilt der blaue Dunst als Ursache für Bluthochdruck und regt die Bildung roter Blutkörperchen an. Dies führt zu einer Verdickung des Blutes, was die Blutzirkulation im Körper zusätzlich belastet und die Entstehung einer Mangeldurchblutung provoziert.
Außerdem stimuliert Rauchen die Gerinnungsbereitschaft des Blutes, was ein Risiko für die Entstehung von Thrombosen darstellt. Besonders Frauen, die zur Verhütung die Anti-Baby-Pille mit Östrogen nehmen, setzen sich einem erhöhten Risiko aus.
Zur Prävention des Schlaganfalls ist es daher ratsam, mit dem Zigarettenkonsum aufzuhören. Der Körper braucht immerhin rund fünf Jahre, bis das Risiko eines Rauchers für einen Schlaganfall auf das Normalniveau eines Nichtrauchers gesunken ist.
Stress
Auch Stress gilt als häufige Ursache für einen Schlaganfall und wird als Risiko für die Gesundheit von vielen Menschen unterschätzt. Dabei gibt es eine Vielzahl an Methoden, Stress abzubauen und so eine Prävention des Schlaganfalls wirkungsvoll zu unterstützen. Zum Beispiel Autogenes Training, Tai Chi, Yoga, aber auch einfach viel Bewegung in der freien Natur oder eine bevorzugte Sportart können dabei helfen, das Risiko für die Entstehung eines Schlaganfalls zu reduzieren.
Übergewicht
Die genannten Maßnahmen zur Stressbewältigung sowie eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischen Fetten können auch zu einer Gewichtsreduzierung beitragen, die zur Prävention eines Schlaganfalls ebenfalls empfehlenswert ist. Übergewichtige haben gegenüber Normalgewichtigen ein dreifach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, bei extremem Übergewicht steigt das Risiko sogar um bis zu 90 Prozent.
Unbeeinflussbare Risikofaktoren
Leider gibt es auch Risikofaktoren für die Entstehung eines Schlaganfalls, die man nicht selbst beeinflussen kann. So steigt das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, mit zunehmendem Alter deutlich an und ist bei Männern höher als bei Frauen. Auch Diabetes ist eine mittelfristige Ursache für einen Schlaganfall, da die Zuckerkrankheit Arteriosklerose begünstigt und häufig Bluthochdruck verursacht. Weil mit diesen Risikofaktoren eine Prävention gegen Schlaganfall erschwert ist, sollten Patienten zumindest die vermeidbaren Risiken drastisch reduzieren.
Teresa Ott
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