Ratgeber Schlaganfall

Informationen für Betroffene und Angehörige

Therapie bei einem Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, also muss man dem Betroffenen bis zum Eintreffen des Krankenwagens Erste Hilfe leisten. Sobald die Diagnose über die Art des Schlaganfalls feststeht, können eine medizinische Behandlung und gegebenenfalls eine Operation zur Therapie angewandt werden. Je eher Hilfe erfolgt, desto größer sind die Heilungsaussichten des Schlaganfalls.

Erste Hilfe

Nachdem sofort der Notruf verständigt wurde, sollte der Schlaganfall-Patient möglichst bei Bewusstsein gehalten werden. Angemessene Hilfe bietet eine bequeme Lage mit aufrechtem Oberkörper und ständige, besonnene Betreuung, die den Betroffenen beruhigt. Es darf keine Nahrung oder Flüssigkeit verabreicht werden, da bei Schlaganfall oft Probleme des Schluckapparates auftreten können. Spezielle Hilfe erhält der Betroffene in sogenannten Stroke-Units, das sind auf Schlaganfall spezialisierte Abteilungen in neurologischen Kliniken mit einem breiten Therapieangebot.

Therapie bei einem Schlaganfall durch Hirnblutung

Bei einem Schlaganfall durch Hirnblutung muss nicht zwangsläufig eine Operation erfolgen. Kleinere Blutungen werden meist nur überwacht, während bei größeren der Schädeldruck enorm ansteigen kann. Eine Behandlung mit entwässernden Infusionen oder Medikamenten kann das Gehirn entlasten. Bei stärkerer Druckerhöhung ist jedoch manchmal eine Operation erforderlich, wobei entweder der Bluterguss oder ein Teil des Schädelknochens entfernt wird, damit das Gehirn Platz für weitere Ausdehnung erhält.

Darüber hinaus kann bei bestimmten Blutungen des Gehirns eine Operation nötig sein, bei der eine Art Drainage (Shunt) gelegt wird, die das Hirnwasser ableitet. Zur Behandlung eines Schlaganfalls gehört außerdem die Stabilisierung des Blutdrucks, der nicht zu hoch oder zu niedrig sein darf, sowie die Gabe von Blutkonserven bei beeinträchtigter Blutgerinnung.

Therapie bei einem Schlaganfall durch Gefäßverschluss

Liegt ein Schlaganfall mit Gefäßverschluss vor, muss die Behandlung schnellstmöglich erfolgen, denn nur innerhalb der ersten drei bis viereinhalb Stunden ist es möglich, das Blutgerinnsel durch injizierte Medikamente zu beseitigen. Ist das Gehirngefäß wieder frei, können auch die unterversorgten Gehirngebiete wieder durchblutet werden und eine Heilung ist aussichtsreich. Diese Therapie wirkt umso besser, je eher sie stattfindet.

Da solch eine Behandlung die Blutgerinnung hemmt, darf sie keinesfalls bei bestehenden Wunden eingesetzt werden, etwa wenn der Patient gerade eine Operation hinter sich hat oder unter einem Magengeschwür leidet. Damit nicht noch ein weiterer Schlaganfall passiert, wird die Therapie durch vorbeugende, blutverdünnende Medikamente (Acetylsalicylsäure ASS) unterstützt.

Rehabilitation

Sobald der Körper des Schlaganfall-Patienten es zulässt, sollte mit der Rehabilitation begonnen werden. Ziel ist es, Funktionen, die durch den Schlaganfall verloren gingen, wiederherzustellen und damit eine Heilung voranzutreiben.

Die Behandlung orientiert sich z. B. am sogenannten Bobath-Konzept, das auf der Grundlage basiert, dass die intakten Bereiche des Gehirns die Funktionen der geschädigten Gehirnregionen in gewissem Maße übernehmen können. Drastisch, aber effektiv ist dabei z. B. die Methode, die gesunden Gliedmaßen, zum Beispiel einen Arm, unbeweglich zu fixieren, damit der Patient gezwungen ist, den erkrankten Arm zu benutzen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Behandlung eines Schlaganfalls in der Rehabilitation ist die Krankengymnastik, wodurch der Patient beispielsweise wieder gehen lernen soll. Nicht unterschätzt werden darf die Wichtigkeit der logopädischen Therapie, mit der die Sprach- und Sprechfähigkeit nach einem Schlaganfall trainiert wird. Daneben kann sich die Hilfe von Angehörigen bedeutend auf den Heilungsprozess auswirken.

Besserung durch Sport

Wird ein Schlaganfall-Patient aus der Klinik entlassen, hört die Behandlung i. d. R. nicht auf: Die Therapie muss häufig zu Hause fortgesetzt werden. Auch bestimmte Sportarten lassen sich in den Alltag nach einem Schlaganfall integrieren und können zur Heilung maßgeblich beitragen.

Durch sportliche Tätigkeiten werden seelisches Wohlbefinden und Selbstvertrauen erlangt. Leichte Gymnastik, Schwimmen oder Walking sind nach einem Schlaganfall besonders empfehlenswert, Wettkämpfe oder Krafttraining eher ungeeignet. Um die Heilung nicht zu gefährden, ist es wichtig, dass der Schlaganfall-Patient nicht außer Atem kommt und der Blutdruck nicht in die Höhe schnellt. Alle Tätigkeiten der sportlichen Therapie sollten mit einem Arzt abgesprochen und nicht übertrieben werden. Am besten beginnt man ganz langsam und steigert sich allmählich.

Teresa Ott

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