Ratgeber Schlaganfall

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Wissenswertes über Schlaganfälle

Oft geht einem Schlaganfall eine abgeschwächte Version, ein „Vorbote“, voraus: eine transitorische ischämische Attacke (TIA). Sie muss allerdings ebenso sorgfältig behandelt werden wie ein schwerer Schlaganfall . Außerdem ist es ratsam, nach solch einem „Mini-Schlaganfall“ vorbeugende Maßnahmen einzuleiten, die das Risiko reduzieren. Jüngste Studien warten zudem mit neuen Medikamenten und Forschungsergebnissen auf.

Mikroembolie – Vorbote eines Schlaganfalls?

Wenige Wochen oder Tage, bevor es zu einem Schlaganfall kommt, kann ein Risikopatient kurzfristig an ähnlichen Symptomen leiden, die jedoch bald, meist innerhalb von 24 Stunden, wieder verschwinden. Hier liegt eine transitorische ischämische Attacke (TIA) vor oder ein PRIND (Prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit), falls die Symptome länger als 24 Stunden, aber kürzer als acht Tage anhalten. Sie werden landläufig als „Vorboten“ eines Schlaganfalls betrachtet.

Die Unterscheidung, ob ein Schlaganfall oder „nur“ eine TIA bzw. ein PRIND vorliegt, gilt jedoch mittlerweile als wissenschaftlich überholt, da alle Zustände die gleiche Behandlung erfordern und die Ursache meist tatsächlich ein kleiner Schlaganfall darstellt. Wie bei einem ischämischen Schlaganfall wird bei einer TIA ein Blutgefäß verstopft. Allerdings ist das Blutklümpchen so klein (Mikroembolie), dass es sich innerhalb kurzer Zeit von selbst auflöst. Damit wird das Gehirn wieder mit Nähr- und Sauerstoff versorgt und die Symptome klingen ab.

Oft wird ein solcher kleiner Schlaganfall auf die leichte Schulter genommen und zieht ohne (medikamentöse) Behandlung vorüber. Studien belegen jedoch, dass über 30 Prozent der Patienten, die solch einen Zustand schon mal erlebt haben, innerhalb der nächsten sieben Jahre einen „richtigen“ Schlaganfall erleiden.

Vorbeugung ist wichtig!

Daher sollte man nach einem solchen Vorboten unverzüglich und nachhaltig mit einer Behandlung beginnen. Dazu gehört in erster Linie der Entschluss zu einem gesünderen Lebenswandel, wie zum Beispiel das Aufhören mit Rauchen und die Reduzierung von Übergewicht. Auch ein chirurgischer Eingriff, die Ausschabung von Ablagerungen in der Kopfschlagader, kann manchmal angezeigt sein. Zudem gibt es Medikamente, die vor Schlaganfall schützen sollen.

Acetylsalicylsäure

Da Acetylsalicylsäure blutverdünnend wirkt, kann es in geringer Konzentration und bei täglicher Einnahme vor einem erneuten Schlaganfall schützen. Untersucht wird derzeit in Studien, ob das Medikament auch zur prophylaktischen Behandlung vor einem ersten Schlaganfall tauglich ist.

Antibiotika

Jüngste Studien aus Berlin lassen vermuten, dass darüber hinaus eine Behandlung mit Antibiotika für Schlaganfall-Patienten sinnvoll sein kann. Scheinbar wirkt sich ein Schlaganfall auch auf das Immunsystem aus, sodass eine Antibiotika-Prophylaxe das Risiko für Lungenentzündung deutlich minimiert. Durch die Medikamente – so hoffen Forscher – könnte auch die Sterberate bei Schlaganfall gesenkt werden. Weitere Studien sollen diese Vermutung bestätigen.

Gift malaysischer Grubenottern

Eine New Yorker Studie beschäftigt sich mit anderen Maßnahmen: Das Gift der malaysischen Grubenotter bietet die Grundlage für ein stark blutverdünnendes Medikament, das möglicherweise künftig eine Rolle in der Akutbehandlung pielen könnte. Eine erste Testreihe verlief offenbar erfolgreich, doch werden noch zahlreiche Studien nötig sein, damit das Medikament, dessen Wirkstoff bis jetzt nur auf speziellen Schlangenfarmen „gemolken“ wird, zur Marktreife gelangen kann.

Weniger Schlaganfall-Tote in Schweiz und Frankreich

Im europäischen Vergleich, so eine Studie, sterben weniger Schweizer und Franzosen an einem Schlaganfall als Deutsche. Auch Holländer und Italiener leben scheinbar gesünder, doch liegt Deutschland verglichen mit Estland noch ganz gut im Rennen. Als Hauptgrund für dieses Ergebnis nennen Forscher der Studie den international unterschiedlich ausgeprägten Konsum gesättigter Fettsäuren, die maßgeblich an Gefäßverkalkung beteiligt sein sollen.

Teresa Ott

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